Über Ankerauf

Ankerauf ist entstanden, weil der Weg zum Bootsführerschein unnötig kompliziert ist. Nicht die Prüfung – die Orientierung davor.

Angefangen hat alles auf einem Floß

Gemietetes Hausboot-Floß mit Holzaufbau, vertäut am bewaldeten Ufer eines Sees
Der Grund, warum es diese Seite gibt: Wochenenden auf dem Floß – und jedes Mal das Gefühl, die Hälfte der Regeln nicht zu kennen.

Wir waren über Jahre immer wieder mit dem Floß unterwegs, meist rund um Priepert an der Oberen Havel – Mecklenburgische Seenplatte, das klassische Charterschein-Revier. Gemietet, und jedes Mal dasselbe Ritual: Einweisung durch den Vermieter, Charterschein ausgestellt, bezahlt. Beim nächsten Mal wieder von vorn.

Was mich dabei zunehmend gestört hat, war nicht das Geld. Es war, dass ich auf dem Wasser schlicht nicht wusste, was eigentlich gilt. Wer hat hier Vorfahrt? Was bedeutet dieses Schild an der Schleuse? Darf ich da überhaupt langfahren? Man fährt los und hofft, dass es passt. Irgendwann wollte ich nicht mehr derjenige an Bord sein, der als Einziger raten muss.

Deshalb habe ich mich für den Bootsführerschein entschieden – nicht, weil ich ihn zwingend brauchte, sondern weil ich die Regeln verstehen wollte.

Der erste Anlauf ist versandet

Und da fing das eigentliche Problem an. Nicht die Prüfung – die hatte ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht im Blick. Sondern die Frage, wie man das überhaupt angeht.

Brauche ich See oder Binnen? Beides? Ist „Motorbootführerschein" noch etwas anderes? Was kostet das wirklich – und warum steht bei jedem Anbieter eine andere Zahl? In welcher Reihenfolge macht man das eigentlich? Ich habe Abende mit Vergleichsportalen, Foren und Anbieterseiten verbracht, in denen Werbung und Information kaum auseinanderzuhalten waren.

Das Kuriose daran: Ich war schon ziemlich weit. Beim Arzt war ich, die Tauglichkeitsbescheinigung lag vor – ich hätte im Grunde nur noch den Antrag abschicken müssen. Dann kam das Leben dazwischen, und ich habe mich um die nächsten Schritte einfach nicht mehr gekümmert. Nicht aus Faulheit, sondern weil mir bei jedem Schritt unklar war, was danach kommt. Der Ordner blieb liegen.

Genau das ist der Grund, warum diese Seite als Ablauf aufgebaut ist und nicht als Anbieter-Ranking. Die meisten scheitern nicht an der Prüfung. Sie scheitern daran, dass niemand ihnen der Reihe nach sagt, was zu tun ist.

Der zweite Anlauf – und diesmal durchgezogen

Lehr- und Übungsmappe mit den Prüfungsfragen zum Sportbootführerschein, Geltungsbereich Seeschifffahrt
Frühjahr 2023, Lernphase: die Übungsmappe mit dem amtlichen Fragenkatalog.

Ein paar Jahre später bin ich über einen Gutschein doch noch eingestiegen – und habe es diesmal durchgezogen. Gelernt habe ich klassisch vor Ort, bei der Bootsschule & Charter Berlin am Tempelhofer Hafen, also praktisch um die Ecke. Im Sommer 2023 habe ich den Sportbootführerschein See und Binnen unter Motor gemacht, beide Geltungsbereiche in einem Durchgang. Die Prüfung war am 12. Juli 2023, ausgestellt hat den Schein der Deutsche Segler-Verband.

Was den Unterschied gemacht hat, war nicht mehr Motivation, sondern der Wegfall der Organisation: ein fester Termin, jemand, der die Reihenfolge kennt, und die Anmeldung lief über die Schule. Genau die Hürde, an der der erste Anlauf gescheitert war, war damit weg.

Das Lernen selbst war deutlich weniger schlimm als befürchtet. Der Fragenkatalog ist amtlich und öffentlich, die Navigation braucht etwas Sitzfleisch, die Praxis macht schlicht Spaß. Rückblickend war der schwierigste Teil tatsächlich der erste: überhaupt herauszufinden, was zu tun ist.

Genau diese fehlende Seite ist Ankerauf: das System einmal verständlich erklärt, die Wege ehrlich gegenübergestellt, mit Vor- und Nachteilen statt mit Bestenlisten. Heute ist der Einstieg technisch einfacher als damals – Onlinekurse mit dem kompletten Fragenkatalog, Lernstand und App gab es in dieser Form noch nicht. Nur die Orientierung davor ist immer noch genauso unübersichtlich.

Wer dahintersteht

Hinter Ankerauf steht die Pizheide GbR aus Berlin – die gemeinsame Firma von Anne Kuhnert und Andri Fried. Wir betreiben seit 2020 redaktionelle Test- und Vergleichsseiten, unter anderem im Reise- und Hotelbereich. Die Inhalte auf Ankerauf schreibt Andri – der mit dem Floß und dem Sportbootführerschein von oben.

Wir sind keine Bootsschule, kein Verband und gehören zu keinem Anbieter. Wir verkaufen keine Kurse und bilden niemanden aus. Das ist beabsichtigt: Wir wollen über Anbieter schreiben können, ohne selbst einer zu sein.

Wie wir arbeiten

Womit wir Geld verdienen

Ankerauf ist kostenlos und finanziert sich über Affiliate-Links (Empfehlungslinks). Buchst du über einen solchen Link einen Kurs, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für dich ändert sich der Preis dadurch nicht – du zahlst keinen Cent mehr als bei direktem Aufruf.

Solche Links kennzeichnen wir auf jeder Seite deutlich, und zwar oberhalb des ersten Links – nicht versteckt im Fußbereich. Welche Anbieter wir empfehlen, entscheiden wir unabhängig von der Provisionshöhe. Wir verzichten bewusst auf Anzeigen, die den Inhalt unterbrechen.

Wo wir gerade stehen

Ankerauf ist jung – wir bauen die Seite gerade auf und sagen das lieber offen, als so zu tun, als gäbe es uns seit Jahren. Aktuell steht die Orientierung: welcher Schein, welche Kosten, welche Lernwege. Als Nächstes entstehen ausführliche Seiten zu SBF See und SBF Binnen sowie eine detaillierte Kostenübersicht.

Und eine Einschränkung, die uns wichtig ist: Meinen eigenen Schein habe ich vor Ort gemacht, nicht über einen Onlinekurs. Über die großen Online-Bootsschulen kann ich deshalb aus eigener Erfahrung noch nichts sagen – und tue es hier auch nicht.

Für die kommende Saison ist genau das der Kern des Projekts: Wir kaufen Bootsführerschein-Onlinekurse selbst, arbeiten sie komplett durch und dokumentieren den Ablauf mit Screenshots und Notizen – von der Anmeldung bis zur Prüfung. Erst dann veröffentlichen wir Erfahrungsberichte dazu. Bis dahin findest du hier Einordnung und Grundlagen, aber keine erfundenen Testurteile.

Kontakt

Fragen, Hinweise, Korrekturen oder Anbieteranfragen gern an andri@pizheide.de. Die vollständigen Anbieterangaben stehen im Impressum.

Stand: August 2026.